Dasitzen und auf einmal ist alles, was eben noch zu sagen gewesen wäre, als ich mit nassem Rocksaum im überfluteten Bad stand und versuchte, seit langem einmal wieder zu putzen, verschwunden.

So schnell geht das, all diese Versuche, Gedanken in Worte zu fassen, erscheinen viel unwichtiger als in dem Moment, in dem man nicht die Gelegenheit zum Aufschreiben hatte.

Die Tage verschwinden in einer Gleichförmigkeit aus Wärme, aus Ganzheitlichkeit, aus Sinnieren über den aktuellen Zustand und der Weigerung, zu akzeptieren, dass da zwischen der Sicherheit auch ein bisschen Glück mitschwingen könnte. Sensibilität nicht zu verlieren, obwohl es einem gutgeht. Vielleicht ist das machbar. Ich wünsche mir Kraft für Abenteuer, und das Auge, um sie zu erkennen, wenn sie da sind.

Ich bin gesund, es ist unvorstellbar, ich bin gesund! Ja, ich bin erkältet, ich schniefe und bekomme abends immer leichtes Fieber, aber ich bin gesund! Ich kann lächeln ohne Zwang, ich kann aufstehen (sogar aus Rückenlage), ohne mich erstmal zwei Minuten im Schwindel an der Wand abzustützen. Es ist beinahe unvorstellbar, welchen Unterschied drei kleine Kilos ausmachen können. Sie machen oftmals Neid auf andere, immer noch eine große Portion Körperschemastörung, Unfähigkeit, über längere Zeit etwas zu anzuhaben, das nicht den Bauch einschnürt. Drei Kilo, und sie überbrücken scheinbar die Schlucht zwischen Leben und Dahinvegetieren. Ich kann schnell gehen, definitiv schneller als diese Schluck-Wasser-in-der-Kurve-Geschwindigkeit.

Die Waage und ich feiern heute ein kleines Jubiläum zusammen… Heute sind es auf den Tag genau 10 Tage mit einer täglichen Abweichung von weniger als 300 Gramm. Sowas nennt man wohl „halten“. Oh yeah, baby. Es ist immer noch ein Kampf jeden Tag, aber ein anderer irgendwie.

Wahrscheinlich werde ich niemals wirklich gut schreiben können… Die Worte gehen einfach mit mir irgendwohin, wie es ihnen gerade passt. Oft lassen sie mich vollkommen im Stich. Wahrscheinlich ist es das Beste, sich einfach zwischen ihnen treiben zu lassen, anstatt sie zu sehr zu drängeln. Wahrscheinlich ist es das Beste, die Arme weniger nach Ausbreitungspotential, sondern mehr nach Kraftkapazität zu bewerten, und das, was die anderen Leute zu einem sagen, weniger nach Inhalt, sondern mehr nach simultaner Mimik.

Immer weiter, immer weiter, aufstehen, weitergehen, das Beste kommt noch. Egal, was du bisher erlebt hast, das Beste kommt noch, versprochen. Beiß die Zähne zusammen, nicht klagen, sieh nach vorn. Geh. Geh! Und du wirst sehen, was dir alles begegnen wird.

Advertisements