Die Ferien sind mit ihrer vollen, unfreiwilligen, inhaltsleeren Wucht auf mich eingeschwappt, während ich dastand und versuchte, mir einzureden, dass ich so etwas wie Pläne hätte.

Die allerdings bestanden, wie ich mir im Nachhinein eingestehen muss, hauptsächlich darin, andere Menschen mit meiner doch meist sehr anstrengenden Anwesenheit zu belästigen, in der Annahme, dass ein Aufenthalt bei mir sich doch kompliziert gestalten könnte.

Derzeit sind zwei ganze und zwei halbe Punkte auf der Liste, und dazu ganz viel Sehnsucht.

Und ich möchte doch überall hin, ich möchte den Irrglauben nicht aufgeben müssen, dass es möglich sein könnte, innerhalb eines einzigen Monats praktisch die Hälfte aller Orte in Deutschland zu besuchen, dass ich mutig genug sein könnte, um per Autostop überall hinzukommen, dass ich mutig genug sein könnte, um bei fremden Leuten zu schlafen, dass ich…nunja, generell mutig sein könnte. Oh schöne Illusion!

Vielleicht fällt ja niemandem auf, dass ich fett bin.

Der August breitet sich vor mir aus, morgen geht es los zum ersten Besuch, sich-selbst-einladen wird nach einer Weile beinahe zur Routine. Ich hoffe auf viel Regen. Und Trockenheit bei Nacht.

Man könnte…man müsste…man sollte…wenn man denn dazu in der Lage wäre.

Zuhause ist kein Ort, um dort zu bleiben. Zuviele Lebensmittel um mich herum, zu viele Erwartungen, zuviel Vergangenheit, das Nichtgenügen verfolgt mich auf Schritt und Tritt, es muss doch auch anders gehen können. Ist es feige, vor der subjektiven Realität seiner Eltern in die eigene zu flüchten, weil beide zusammen unvereinbar sind? Dabei natürlich die Überlegung im Hinterkopf, dass aufgrund des Altersunterschieds die erstere vielleicht doch mehr Daseinsberechtigung haben könnte. Aber das kann doch nicht alles sein!

Also bleibt eine räumliche Flucht, die ich morgen antreten werde, und die ich hoffentlich mit einigen erträglich kurzen Unterbrechungen über den gesamten August werde ausdehnen können. Ich werde nicht in Zweifel verfallen. Ich werde nicht negativ denken. Ich darf nicht. Ich kann nicht. Ich werde einfach nichts denken, nur machen, eins nach dem anderen, und dazwischen ein paar Bilder. Ich hoffe zu wissen, dass ich kann. Ich muss.

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