Die Uni und ich, wir mögen uns ja eigentlich. Wir sind ein altes Ehepaar, das niemand mehr ernst nimmt und dessen ständige Reibereien gerade dazu führen, dass keiner das Ganze mehr aufgeben mag, „nach all dem Ärger, den man deswegen jetzt schon hatte, sonst wäre das ja alles für die Katz gewesen…

Also weitermachen. Prüfung versemmelt – weitermachen. Und auch, wenn da immer noch kein Masterplan entstanden ist, weder im Kopf noch auf irgendeinem Stück organisatorischem Papier, wird sich – unter hohem Stresspegel und mit unnötigem, selbstzerstörerischem Aufwand – immer noch eine Lösung finden lassen. Nach der Trauerphase, versteht sich. Den paar Tagen, die es braucht, um selbstmitleidig dazusitzen, sich in Weltuntergangsszenarien zu ergehen, natürlich mit einem selbst im Mittelpunkt, denn Weltuntergangsszenarien kommen einfach aufsehenerregender besser als ein schlichtes Ich-werde-zu-einer-Maus-und-verschwinde-in-einem-kleinen-Loch-und-komme-nie-nie-nie-mehr-wieder.

Was man wohl von sich selbst denkt, irgendwann ganz viel später, wenn man es wirklich geschafft haben sollte, über Jahre hinweg als Maschine zu existieren, die ohne weiteres Nachfragen Informationen in sich hineinstopft, was ja in grauer Vorzeit einmal das non-plus-ultra war… Ohne jemals realistisch in Betracht zu ziehen, dass ein solcher Fall eintreffen könnte.

Bilder hab ich ein paar gemacht, vom menschenverlassenen See in der Frostperiode, dessen Sicherheit versprechende Einsamkeit ich auskosten durfte; der dalag und sich nicht für mich interessierte und nicht nach meinem Lernfortschritt fragte, was sehr freundlich von ihm war, so in Nachhinein.

(der Ehrlichkeit halber: Die folgenden Bilder sind nicht ausschließlich vom zugefrorenen Kiessee, sondern stellen eine wirre Sammlung aller davor vergangenen Tage dar, besitzen wie immer keine Aussagekraft und man betrachte sie als Dokumentationsversuch eines hinreißenden Minifrostwinters.)

Diese Sonnigkeit von Minusgraden, das zögerliche Herumstapfen, anfangs mehr aus Versehen und am Wochenende sogar absichtlich, die Erkenntnis, dass im-Gras-liegen nicht alles ist, wenn es stattdessen eine Flut idiomatischer Kristalle im Angebot gibt. Doch nun dämmert ein neuer zögerlicher Frühling herauf, der mir hoffentlich die kleine Hommage an Vergangenes verzeihen wird.

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