…des Herumgerennes im bereits erwähnten, niedlich-kleinen, hassgeliebten Krankenhaus, in einer großen Stadt und doch ganz nah. Ich wurde wiedererkannt, war ich doch schonmal einen Tag dort, wo ich jetzt bin…in der Hoffnung, dass der ruhige Gang der geriatrischen Station nicht nur ein Ein-Tages-Phänomen gewesen sein mag.

Er ist es nicht. Es ist wie Altenheim mit besser ausgebildetem Personal, und wenn jemand erst um zehn frühstückt, macht es auch nichts, es stehen keine OPs und kaum Untersuchungen an, es gibt keinen Nüchtern-Plan bei der Essensausgabe.

Weiterhin ist es nicht wie in einem Stall voller aufeinander einhackender Hennen, weil Pfleger dabei sind, ganze zwei, und sogar ein Bufdi! Angeblich ging es heute stressig zu, acht Aufnahmen, davon drei durch mich, ich war glücklich übers Sitzenkönnen und sehr entspannt. Scheinbar hatte die Station ein resistentes Norovirus-Problem, weshalb viele Zimmer noch leer waren, wie mir beim Frühstück in der Cafeteria erzählt wurde („Ja, zu der Zeit, da konnten wir nicht hier frühstücken, weil die alle Durchfall hatten, und bei einem einzigen Frühstück musste man dreimal zu Klingeln laufen…Dann kam man da immer an mit noch vollem Mund und jemand hatte neben das Klo geschissen, das war nicht so schön, da hatte man dann nach ein paar Malen keinen Appetit mehr.“)

Weiterhin heute gesehen:

  • Den schönsten Dekubitus der Welt, der aussah, als würde er demnächst seine eigene Demokratie gründen
  • Eine Infusion, die durch den Ärmel des Pullovers einer Demenzkranken lief, den sie sich scheinbar selbst angezogen hatte, und deren wild im Gewebe verteilter Inhalt inzwischen ein Taubenei in ihrer Armbeuge bildete. („Ach, lassen sie mich doch! Was ist denn das Problem? Mischen Sie sich da nicht ein! Was wollen sie mit meinem Pullover? Nicht anfassen!“)
  • Zwei Transportmenschen, die mit dem Transportstuhl Slalomfahren im Flur übten
  • Eine Frau Dr. med, ihres Zeichens Tochter einer Patientin, die sich nicht in der Lage sah, ihre Mutter anzuziehen oder ihr das Mittagessen selbst anzureichen (…seit wann existiert eigentlich das verpflichtende Pflegepraktikum? Es kann noch nicht allzu lange sein….)

…Und natürlich Sonne, Sonne, Sonne. Mensch trägt heute ein Kleid, um den Frühlingsgeistern für ihre Güte zu huldigen. Ooommm.

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