Da es nett ist und ein hübscher Zeitvertreib und da ich es nicht lassen kann, immer wieder solche langfristigen Experimente zu starten, die ich dann doch niemals durchhalte, schließe ich mich einem Phänomen an, das darauf abzielt, einhundert Tage lang jeden Tag das Schönste oder zumindest etwas Schönes aus jedem dieser Tage zu erwähnen, und eventuell ein Foto dazu zu zeigen.

Ich fange also mit dem heutigen Tag an und erwähne, dass ich heute ein Rezept für Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bekam und morgen anfangen werde, dieses Medikament zu nehmen, weshalb ich etwas aufgeregt bin. Und verwundert über mich selbst, dass ich mich zu so etwas entschließe. Und natürlich erfüllt es mich mit Hoffnung, daher die Erwähnung.

Zweitens (um mal ganz motiviert zu starten) hat meine beste Freundin, die sich tatsächlich seit sieben Jahren so bezeichnet, einen Studienplatz UND eine Wohnung gefunden in der Stadt, in der auch ich fast täglich bin, was heute abend wohl mit einer Pyjamaparty gefeiert werden wird…oder irgendetwas in der Art. Zumindest einem Treffen, und allein das ist schon wunderbar, nachdem wir jahrelang hunderte Kilometer Entfernung zwischen unseren Wohnorten hatten. Ich bin aufgeregt, fürchte ich doch seit Jahren, dass wir uns auseinanderleben könnten. Manchmal denke ich, dass wir das eigentlich auch tun; zumindest was die äußeren Lebensumstände betrifft, leben wir uns permanent auseinander, und dennoch bleiben wir befreundet, es ist eigentlich seltsam, aber deswegen auch schön.

Vielleicht gibt es davon morgen Bilder. Wir werden sehen.

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