Es klingt unglaubwürdig, aber nach diesem doch etwas gemeinen letzten Post haben sich die Dinge tatsächlich ein wenig geändert, was wohl hauptsächlich an der Prüfungsangst lag, die wir am letzten Tag vor der mündlichen Prüfung alle gleich ausstanden, zusammen mit dem Gefühl, nicht einmal genug Wissen für fünf Minuten Reproduktion zu besitzen und der Befürchtung, sich vor den anderen zu blamieren. Mir wurde nach fünf Tagen klar, dass die beiden meinen Namen kennen. Es wurde geredet, zumindest oberflächlich, ohne missgünstige Untertöne. Auch, wenn wohl keine Freundschaft daraus entstehen wird, ist es eine schöne und beruhigende Erkenntnis.

Letztendlich ging die Prüfung für uns alle mit einer Eins aus, was das Gejammer vorher ziemlich ad absurdum führte. Zusammenfassend habe ich sehr viele Babys gesehen und mit einem Sechsjährigen geflirtet, der mich nicht leiden konnte, weil ich die 73629. Person war, die ein Stethoskop auf ihn halten wollte und dazu auch noch sein Hemd hochziehen („Das kann ich alleine!“). Er war auch nicht beeindruckt von einem der lustig bedruckten T-Shirts, die ich besitze und in voller Absicht alle nacheinander während dieser Woche angezogen habe.

Nun nähert sich Weihnachten und ich habe einen Plan für fast jedes Weihnachtsgeschenk, das irgendjemand bekommen soll.

Die schönste Nachricht, die eigentlich diesen Blogpost ausgelöst hat, kam aber telefonisch an diesem Vormittag: Unser kleines weißes Kaninchen ist nicht mehr alleine. Mein Bruder rief mich an und durch die Festnetzleitung hörte ich das nervöse Atmen des Neuankömmlings; sie ist von Bekannten gekommen, nachdem deren anderes Kaninchen (wie unseres) gestorben war, sodass beide Kaninchen von akuter Vereinsamung bedroht waren. Sie verstehen sich wohl gut, schon am ersten Tag. Meine Mutter hat Bilder geschickt, die ich aus überschwänglicher Freude hier herumzeige, um mit meinem Glück hausieren zu gehen, denn nachdem wir schon dachten, unser Kaninchen müsste ins Tierheim, um nicht einsam zu sterben, kann es nun dableiben, und endlich werde ich, wenn ich im Elternhaus ankomme, wieder leichten Herzens zum Kaninchenstall gehen. Gerade fällt mir kein schöneres Weihnachtsgeschenk ein.

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Und obwohl es mir nicht immer gut geht, ich oftmals ziemlich wenig Kraft habe, grundlos traurig bin und weiterhin Medikamente nehme, bin ich so froh, dass dieses Blog endlich mal wieder einen Sinn hat. Ich bin für so vieles dankbar; unter anderem dafür, dass die weniger schönen Dinge von hier aus sogar… bewältigbar scheinen.

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